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POLITISCHE UND ÖKOLOGISCHE KRISEN SIND STETIGE BEGLEITER EINER WELT, DIE VON EXTRAKTIVISTISCHEN UND AUSBEUTENDEN PRAKTIKEN BESTIMMT IST – EINER WELT, DIE EBEN DIESE PRAKTIKEN BRAUCHT, UM EINEN LIMINALEN STATUS QUO DURCH STÄNDIGES WACHSTUM AUFRECHTZUERHALTEN. ES SIND PRAKTIKEN DIE SICH GLEICHERMASSEN GEGEN MENSCHEN UND NICHT-MENSCHEN RICHTEN. PRAKTIKEN, DIE ARBEITNEHMER:INNEN, TIERE, SOLDAT:INNEN, PFLANZEN UND ÖKOSYSTEME ZU ROHSTOFFEN UND WERKZEUGEN MACHEN, UM EIN POLITISCH-SOZIALES SYSTEM NÄHREN, WELCHES SICH DURCH SEINEN ENDLOSEN EXPANSIONSDRANG LETZTLICH SELBST AUSLÖSCHT.

Das Themenjahr 26/27 des Stockwerk e.V. verbindet politische und ökologische Krisen unter dem Thema BRÄNDE.

Weimarer Theaterplatz mit Hakenkreuzen am Deutschen Nationaltheater

Sinnbildlich für die Verbindung von ökologischer und politischer Fragilität steht der deutsche Forst: ein wald-ähnlich erscheinender Baumbestand, dessen als sogenannte „Nutzwälder“ angelegte Monokulturen zunehmend von Trockenheit und Waldbrandgefahr betroffen sind. Große Teile des deutschen Baumbestands wurden in der Nachkriegszeit aufgeforstet, nachdem weite Waldflächen der Kriegsindustrie, kriegerischer Zerstörung oder Reparationszahlungen zum Opfer gefallen waren. Die daraus entstandenen Monokulturen sind fragile ökologisch-soziale Konstruktionen, deren Nutzen durch ihre Bewirtschaftung und Gewinnbringung und nicht durch ihre ökologische Rolle definiert werden. Dadurch werden sie zunehmend anfällig für klimatische Veränderungen und den Kollaps globaler ökologischer Prozesse. Der daraus folgende Verlust ihrer Wirtschaftlichkeit ist vorhersehbar und die ökologischen und gesellschaftlichen Folgen unabschätzbar.

Das Themenjahr 26/27 des Stockwerk e. V. – Verein für ökologische Kunst verbindet unter dem Titel BRÄNDE politische und ökologische Krisen in Ausstellungen, Performances, Podcasts, Stadtführungen, Vorträgen, Dialogformaten und Interventionen im öffentlichen Raum. Im Mittelpunkt stehen dabei die Fragen: Wie können wir ökologische und politische Belange zunehmend miteinander verwoben betrachten? Wie gehen wir mit der stetigen Erosion demokratischer Strukturen und der daraus folgenden Vernachlässigung ökologischer Fragen um? Und wie können wir mitentscheiden, was nach einer Zerstörung nachwächst?

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Unter der Leitung von Katja Schäfer (Vereinsvorsitzende des Stockwerk e. V.) und Cosmo Schüppel (freischaffender Künstler und Kulturarbeiter) bespielt BRÄNDE von August 2026 bis Juli 2027 Kulturorte und den öffentlichen Raum Weimars. Im Zentrum stehen dabei die Galerie EIGENHEIM, der Gaswerk e. V., der 11m3 Projektraum und der Stockwerk Projekt Space.

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